Wenn alles tödlich still ist – Kapitel 1 Teil 2

Guten Abend, meine Lieben!
Ich bringe euch heute einen kleinen weiteren Teil mit, den ich geschrieben habe und gestern noch nicht mitposten wollte. Deswegen habt ihr also hier den zweiten Teil des ersten Kapitels. Heute ist es nicht so viel, dabei könnt ihr euch dann wieder auf die nächsten Teile freuen. ♥ Ich danke euch für die tollen Kommentare. Antworten tue ich direkt unter den Kommentaren, also öfter nochmal reinschauen. Ich danke euch! Falls ihr vorher noch nicht gelesen habt, findet ihr hier den Prolog und das erste Kapitel. Als Musik habe ich zu diesem Kapitel immer noch dieses und dieses Lied gehört.

„Die meiste Zeit liege ich einfach nur rum und versuche mich abzulenken“, mit diesen Worten wird mir bewusst, wie armselig das eigentlich klingt. Was mache ich überhaupt noch? Es stimmt wirklich: Ich liege die meiste Zeit rum, ohne auf irgendwas zu achten oder zu machen. Ich weiß, ich lasse mich wirklich hängen. Vielleicht sollte ich einen Roman schreiben oder irgendetwas, aber Nichts macht mich glücklich, wobei ich wohl eigentlich zufrieden sein sollte. „Nick, wenn das so weitergeht, vergraulst du die letzte Chance auf ein ‚normales’ Leben“, sagt Mark und ich weiß, dass er Recht hat.

„Du weißt, dass ich Recht habe, oder?“, fragt mein Freund mich. Ja, natürlich sind Mark und ich Freunde. Ich mag ihn und bin froh, dass es ihn gibt. Mag ihn, weil er gut zu meinem Bruder und Alex mit ihm glücklich war. Deswegen mag ich ihn.

Nachdem ich den ersten Schock über Alex‘ damaliges Geständnis überwunden hatte, lernte ich bald darauf Mark seinen ersten und letzten Freund kennen. Wir trafen uns zu dritt in einem Café in Berlin, wo wir damals lebten. Unsere Eltern hatten uns immer viele Freiheiten gelassen, sodass wir uns gut auskannten und in der riesen Stadt super zurechtkamen, nachdem wir dort hingezogen waren, als ich zehn und Alex acht Jahre alt war. Ich saß auf jeden Fall mit meinen siebzehn Jahren in einem Café und wartete darauf, dass mein kleiner Bruder mir seinen Freund vorstellte. Es war eine furchtbar komische Situation und ich fühlte mich dermaßen scheiße, dass ich am Liebsten gar nicht hingegangen wäre. Alex zuliebe, saß ich aber brav um 15.30Uhr am Alexanderplatz im Alex und wartete. Kurz nach halb vier ging die Tür auf und die Beiden traten ein. Mark sah wirklich gut aus, genau so wie Alex ihn mir beschrieben hatte. Er war groß, etwa 1,80m; hatte braune Haare, die er sich anscheinend mit Gel oder so gestylt hatte und trug ein rot-schwarz-kariertes Hemd, eine Jeans und Turnschuhe. An seiner rechten Hand hielt er meinen Bruder, den er, als er mich sah, losließ. Das war mir sehr sympathisch. Immerhin schien er Respekt vor Alex’ großem Bruder zu haben – dachte ich  mir damals. Ich weiß noch genau, wie ich gegrinst hatte und wie dieses Grinsen jäh in sich zusammengefallen war, als die Beiden näher kamen und ich erkennen konnte, dass Mark wohl einige Jahre älter als Alex sein musste. „Hi, ich bin Mark“, brummte er und streckte mir die Hand entgegen, die ich nahm und – etwas fester als normal – drückte. „Alles klar?“, fragte er freundlich, während Alex mich umarmte und wir uns dann an einen Tisch in der Ecke setzten.

Der Nachmittag hätte nicht besser laufen können, wir redeten über all die möglichen Themen. Auf sein Alter sprach ich Mark nicht an, das Gespräch wollte ich abends mit Alexander führen. Wir redeten über alles Mögliche, es war ungezwungen und ich war zufrieden. Der erste Eindruck war das, was zählte und dieser war gut. Für mich war Mark akzeptiert und das ist er bis heute.

„Hast du mal darüber nachgedacht mit Jemandem zu sprechen über Alles was passiert ist?“, fragt Mark mich und unterbricht meine Erinnerungen erneut an diesem Tag und wieder kann ich nur die Achseln zucken. Ich habe es langsam satt auf so viele Fragen einfach keine Antwort zu haben. „Ich habe keine Ahnung“, antworte ich. „Hast du überhaupt irgendeine Ahnung?“ Seine Stimme wird härter und ich weiß, dass er sich gleich mit mir streiten wird. Kann er haben – denke ich und stehe auf. „Willst du dich ernsthaft am Grab meines Bruders mit mir streiten, du Arschloch?“, frage ich leise aber wütend. Er bittet mich mit der Hand mich wieder zu setzen, aber ich will nicht. „Setz dich doch jetzt, Nick. Ich will dir helfen, du Arsch.“

Natürlich setze ich mich. Vielleicht kann er mir helfen, denke ich halb ironisch, halb ernst.

„So kann es einfach nicht weitergehen. Du lebst vor dich hin und machst Nichts mehr. Du kannst doch nicht einfach warten, bis dein Leben auch vorbei ist. Glaubst du, dass Alexander das gewollt hätte? Glaubst du das?“

Ich schüttele den Kopf. „Du musst wieder anfangen zu leben, das hat doch keinen Sinn sonst. Glaubst du, deine Frau und deine Tochter werden bei dir bleiben, wenn du so weitermachst?“

Ende Kapitel 1 – Teil 2.

Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare.

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Über wortgeschichten

Lisa, 19, with love to books, music and life.
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6 Antworten zu Wenn alles tödlich still ist – Kapitel 1 Teil 2

  1. Rita schreibt:

    So, jetzt sind Nick und Alex wirklich neu. Das ist sehr gut und schafft eine Basis. Bei mir im Kopf sieht die Wohnung auch schon anders aus als die aus der „alten“ Geschichte. Yipiiieh! „Alex zuliebe, saß ich aber brav um 15.30Uhr am Alexanderplatz im Alex und wartete.“ ist ein super Satz, der gefällt mir 😀 Ich bin gespannt, was mit der Familie von Nick passiert. Auf jeden Fall wird deutlich, dass er da im Moment keinen Kopf für hat. Sonst hätten wir sicher schon was erfahren. Mal sehen, was im nächsten Kapitel passiert, da werden sie ja bestimmt dabei sein. Außer sie sind im Urlaub oder so.. Aber das ist schön, dass er eine Tochter und eine Frau hat, das find ich gut, weil er nicht alleine ist. Jawohl (: Ich freu mich weiter zu lesen morgen oder Donnerstag, je nachdem. ❤

    • wortgeschichten schreibt:

      Vielen lieben dank, Liebes!
      Es freut mich wirklich, dass es dir gefällt und du die beiden aus dem Kopf bekommen hast – genau das ist das Ziel und es macht richtig Spaß wieder zu schreiben, es macht mich glücklich und ich gehe darin auf. Ich denke mir ständig neue Dinge aus, mein Kopf ist voll von Ideen. Jippieh!
      Danke für das Lob, ich danke dir wirklich! ♥

  2. eellea schreibt:

    hey:)
    Ich bin endlich dazu gekommen, die beiden neuen teile und damit den einstieg in die geschichte zu lesen:) Bei dem Teil 1 dieses Kapitels ist mir auch aufgefallen, dass sich alles sehr im kopf von nick abspielt, aber ich glaube dieser einblick ist gut für den einstieg und vor allem kannst du dich sehr gut in ihn hineinversetzen, wie ich finde..
    in diesem teil gefällt mir der rückblick gut, also dass nick erinnerungen zulässt und sie mit uns teilt, genau wie die szene im supermarkt vom ersten teil..die war sehr schön:)
    Und jetzt bin ich gespannt, ob du seine frau/tochter noch involvierst und, ob nick sich helfen lässt:9
    oh aber was mir aufgefallen ist: Stand da nicht eben noch den Schock über Bills Geständnis? 😀 Oder hab ich mir das eingebildet….

    • wortgeschichten schreibt:

      Hi Mausi, tausend Dankeschön für den lieben Kommentar.
      Du wirst im Verlauf der Geschichte noch sehen, wie sehr ich eure Anregungen und Kritik berücksichtige. ♥
      Und ja, da stand wirklich Bill. Ich bin dumm. Das liegt daran, dass früher in einer alten FF Bill durch Alex ersetzt wurde und das immer noch drin ist manchmal. hahaha. Das soll aber wirklich rein gar nichts mit TH zu tun haben. hihi. Ich freue mich über deine Kommentare. danke! ❤

  3. lotusblumenblatt schreibt:

    Das ist ein sehr interessanter Teil! (:
    Mir gefällt es sehr mehr über die Entwicklung zwischen Mark und Alex zu erfahren.
    Das ist schön. (: Es interessiert mich nun wirklich wie viel älter Mark ist. War.
    Was sagt man da bei einem Vergleich, wenn der eine noch lebt der andere nicht?! haha.
    Mit 15 kann ein relativ geringer Altersunterschied ja schon viel größer erscheinen – oder der Altersunterschied war wirklich recht groß.
    Mit dem letzten Absatz habe ich wirklich nicht gerechnet!
    Mir schien es erst so, dass Nick vollkommen allein – bis auf Mark – ist.
    Ich freue mich, dass er eine Frau und eine Tochter hat und bin gespannt, welche Rolle sie noch spielen werden.
    Ich hoffe nicht, dass er sie verliert. Aber vielleicht wird er es doch?
    Da es wohl hauptsächlich um ihn gehen wird, muss ja noch viel in seinem Leben passieren. Die Möglichkeit mit dem Finden der Liebe fällt schon mal weg.
    Ich bin jetzt wirklich sehr gespannt!
    Du schreibst wundervoll und ich will meeeeeeeeeehr ! ♥
    Ich küsse dich, mein Stern. ♥

    • wortgeschichten schreibt:

      Dankeschön. ♥ Du darfst wirklich gespannt sein. Ich werde morgen wieder weiterschreiben und bin schon so freudig gespannt auf die Zeit, wenn ihr dann lest und so weiter. Ich habe wirklich so viele gute Ideen – das ist unglaublich. Pass auf dich auf, L. ♥

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